On top of Europe – Year 4 – Kebnekaise – Tag 3
On top of Europe – Year 4 – Kebnekaise – Tag 3 – der letzte Tag in den schwedischen Gebirgen. Nach zwei intensiven Tagen am Kebnekaise war es Zeit, weiterzuziehen. Doch bevor ich nach Finnland fahren konnte, warteten noch einmal 19 Kilometer zurück nach Nikkaluokta – und das mit müden Beinen und einem vollgepackten Rucksack.
Der Morgen begann früh. Gegen 7 Uhr stand ich auf, noch etwas erschöpft vom Gipfeltag. Zuerst musste ich die geliehenen Steigeisen an der Fjällstation zurückgeben. Danach kam der weniger spannende Teil: packen. Mein Rucksack wog wieder über 30 Kilo, und es dauerte eine Weile, bis alles verstaut war – Zelt abbauen, Schlafsack rollen, Ausrüstung sortieren. Als endlich alles an seinem Platz war, schnallte ich mir die Last auf den Rücken und machte mich auf den Rückweg.
Die Strecke war mir bereits vertraut, und das machte es nicht unbedingt leichter. 19 Kilometer dieselbe Route zurückzugehen, kann sich ziehen, vor allem wenn der Körper schon erschöpft ist. Am Anfang lief es noch recht locker, doch bald merkte ich die Anstrengung in den Schultern und Beinen. Immer wieder musste ich Pausen einlegen, um etwas zu trinken, einen Riegel zu essen oder einfach kurz durchzuatmen.
Die Landschaft ist schön, keine Frage – Wälder, Flüsse, Berge in der Ferne – aber wenn man den gleichen Weg zweimal geht, wirkt es irgendwann monoton. Unterwegs gibt es keine richtigen Rastplätze mit Tischen oder Bänken, sodass man sich nur auf dem Boden niederlassen kann. Das ist okay, aber nicht besonders bequem, wenn man erschöpft ist und einfach mal richtig sitzen möchte.
Als ich schließlich die Bootstation am Láddjujávri erreichte, kam die große Entscheidung: Boot oder weiter zu Fuß? Mit dem Boot hätte ich mir rund 5 Kilometer gespart, allerdings für 45 Euro. Ich überlegte eine Weile und gönnte mir eine längere Pause, doch am Ende entschied ich mich, die gesamte Strecke zu laufen. Irgendwie wollte ich das Abenteuer komplett zu Ende bringen.
Die letzten Kilometer zogen sich. Es fühlte sich an, als würde der Weg kein Ende nehmen. Ich lief und lief, Schritt für Schritt, und fragte mich zwischendurch, ob ich jemals wieder am Auto ankommen würde. Die Müdigkeit wurde stärker, und meine Beine fühlten sich schwer wie Blei an. Nach drei Tagen, rund 60 Kilometern, etlichen Höhenmetern und dem ständigen Gewicht des Rucksacks war mein Körper am Limit.
Doch irgendwann, am Nachmittag, war es soweit: Ich erreichte Nikkaluokta Sarri. Erleichterung und Freude mischten sich, als ich die Parkstelle sah. Ich zahlte die fällige Parkgebühr, legte meinen Rucksack endlich ab und setzte mich für einen Moment ins Auto. Die Stille dort war fast ungewohnt nach den letzten Tagen in der Natur.
Damit war mein Kapitel Kebnekaise abgeschlossen. Es war anstrengend, intensiv und unglaublich eindrucksvoll. Die Mischung aus körperlicher Herausforderung, der kargen nordischen Landschaft und dem Gefühl, wirklich „On Top of Sweden“ gestanden zu haben, werde ich so schnell nicht vergessen.
Doch die Reise geht weiter. Mein nächstes Ziel liegt bereits bereit: Halti, der höchste Gipfel Finnlands. Ich bin gespannt, wie es dort wird – und ob mich die nächste Etappe genauso fordern und begeistern wird wie der Kebnekaise.
Bis dann.
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