On top of Europe – Year 4 – Galdhøpiggen
On top of Europe – Year 4 – Galdhøpiggen ist das erste Tour in die Gebirgen für 2025. Dieses Jahr geht es um eine Reise nach Skandinavien, wo ich die höchste Gipfel Norwegen, Schweden und Finnland besteige.
Mein Ziel liegt im Herzen des Nationalparks Jotunheimen. Mit dem Auto fahre ich hinein – begleitet von strömendem Regen und grauen Wolken. Kurz vor dem Ort Galdbygde biege ich auf eine schmale Straße zur Spiterstulen Turisthytte ab. Die 15 Kilometer dorthin sind eng und steil, und ja – hier fahren auch Busse. Wenn zwei Fahrzeuge aufeinandertreffen, muss einer oft rückwärts fahren. Besonders am Anfang geht es richtig steil bergauf.
An der Turisthytte melde ich mich an, denn wildes Übernachten ist hier nicht erlaubt. Für rund 10 Euro pro Nacht darf ich mit dem Wohnmobil parken und Sanitäranlagen sowie Küche nutzen – ein fairer Preis, vor allem im Vergleich zu deutschen Campingplätzen.
Mein Plan: ein paar Tage bleiben, bis sich das Wetter bessert. Die erste Nacht ist ruhig, aber draußen rüttelt der Wind am Fahrzeug, Regen prasselt ohne Pause.
Am nächsten Morgen regnet es immerhin nicht mehr – dafür bläst der Wind noch stärker. Gespräche mit anderen Wanderern lassen mich ahnen, dass sich das Wetter auch in den nächsten Tagen nicht groß ändern wird. Also: los geht’s!
Gegen 10 Uhr verlasse ich die Hütte, überquere den Fluss über eine kleine Brücke und folge dem Bergpfad. Anfangs ist der Weg leicht, doch nach etwa einer Stunde muss ich über Steine klettern – rutschig bei Nässe. Der Wind legt sich kurz, dann taucht das erste Schneefeld auf. Dahinter wird es steiler, und bald sehe ich den Gletscher – ein grandioser Anblick.
Doch das Wetter kippt. Schnee setzt ein, der Wind treibt ihn wie Nadeln ins Gesicht. Am Keilhaus Topp wird es richtig ungemütlich. Von hier geht es steil bergab – und wieder hinauf zum Hauptgipfel. Einige kehren um, ich entscheide mich weiterzugehen.
Der letzte Anstieg hat es in sich: Temperaturen im Sturzflug, Windböen bis 95 km/h, Schneetreiben. Meine beheizbaren Handschuhe versagen – zum ersten Mal überhaupt. Zum Glück habe ich noch Handwärmer vom Discounter dabei. Sie retten mir wortwörtlich die Hände. Die Sicht liegt bei unter zehn Metern, Wegmarkierungen sind unter Schnee begraben. Ohne meine Garmin-Uhr, auf der ich die Route gespeichert habe, wäre Umkehren die einzige Option gewesen.
Weiter oben habe ich schon bekannte Gesichter getroffen, die schon das Ziel erreicht haben und jetzt gehen sie nach unten. Sie haben mir gesagt, dass die Hütte am Gipfel auch auf ist und ich kann dort etwas Warmes trinken und Wärme tanken. Prima.
Schritt für Schritt kämpfe ich mich höher, teilweise durch tiefen Schnee. Dann endlich: der Gipfel. Hier habe ich einige Bilder gemacht und die Ruhe für einige Minuten genossen.. Vor mir steht die kleine, vereiste Hütte. Drinnen gibt es heißen Kaffee und einen warmen Platz – ich bin der einzige Gast. Nach einer Stunde mache ich mich an den Abstieg.
Runter geht’s schneller, aber ich bleibe vorsichtig – besonders, weil ich zeitweise ganz allein unterwegs bin. Die Landschaft ist still, nur Wind und meine Schritte sind zu hören.
Fast unten passiert es: Ich will im Gehen ein Sandwich essen, rutsche aus und knalle mit dem Knie auf die Steine. Schmerzhaft, aber zum Glück nichts Ernstes. Wieder mal ein Beweis: Auf dem Berg gibt es keine Nebensächlichkeiten – Aufmerksamkeit ist alles.
Um 21 Uhr bin ich zurück am Parkplatz. 13 Kilometer, 1.400 Höhenmeter, Schneesturm, Wind – und trotzdem ein unvergesslicher Tag.
Am nächsten Morgen breche ich Richtung Schweden auf. Nächstes Ziel: Kebnekaise.
Bis dann.
Hier findet man weitere Touren dieser Serie.
Genaue Beschreibung der Route auf Komoot.
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