Die Turmjagd – Teil – 43 – mit 5 Türme
Die Turmjagd – Teil – 43 – mit 5 Türme dieses Mal. Heute Fahre ich in der Nähe von Soest. Da habe ich mir auf einem Campingplatz für einige Tage posizioniert.
Für diesen Tag hatte ich ursprünglich vier Türme auf der Karte eingeplant – am Ende sind es dann doch fünf geworden: Möhnseeturm, Bismarckturm Möhnesee, Aussichtsturm Ebberg, Küppelturm und der Lörmecke-Turm. Viele Hügel, viele Höhenmeter – aber dafür auch immer wieder fantastische Ausblicke.
Möhnseeturm
Gegen 9 Uhr habe ich den Campingplatz in Richtung Möhnseeturm verlassen. Bis dorthin sind es etwa 14 Kilometer. Die Route ist sehr schön und angenehm zu fahren: Zunächst geht es entlang des Sees, bis man den Südrandweg erreicht. Unterwegs gibt es zahlreiche Stellen, an denen man den Panoramablick genießen kann.
Der Aussichtsturm ist schon von Weitem zu sehen. Danach führt der Weg in den Wald auf dem Hövel. Hier wird es etwas anstrengender, aber gut machbar. Nach etwa 15–20 Minuten hatte ich den Turm erreicht – und er ist wirklich beeindruckend groß!
Die vielen Treppen bin ich schnell hinaufgestiegen, gespannt auf den Ausblick. Und der hat sich gelohnt: In alle Richtungen bietet sich eine großartige Sicht über den See und die umliegenden Hügel. Höhenangst? Ein bisschen vielleicht. Nach einer kurzen Pause auf der Aussichtsplattform ging es für mich aber schon weiter.
Bismarckturm Möhnesee
Nun ging es wieder bergab. Bis zum Bismarckturm sind es nur wenige Kilometer. Laut Plan sollte er an diesem Sonntag ab 10 Uhr geöffnet sein.
Die Abfahrt durch den Wald hat richtig Spaß gemacht. Schon bald war ich wieder am Möhnesee und überquerte eine der Brücken. Allerdings hat mich Komoot hier kurz „verlaufen“ lassen, sodass ich ein Stück auf der Straße mit Autos fahren musste. Es gibt definitiv bessere Alternativen – hier lohnt es sich, die Route vorher genauer anzuschauen.
Gegen 10:30 Uhr stand ich dann vor dem Turm – nur um festzustellen, dass er geschlossen war. Die Öffnungszeiten gelten nämlich erst von Mai bis Oktober. Wieder was gelernt. Trotzdem habe ich etwa zehn Minuten dort verbracht und ein paar Fotos gemacht.
Dieser Turm war ursprünglich gar nicht fest eingeplant, aber da er geöffnet sein sollte, wollte ich die Gelegenheit nutzen. Tja – Pech gehabt. Also weiter.
Nach Ebberg
Die nächsten 27 Kilometer hatten es in sich. Gefühlt ging es nur bergauf. Langsam, aber stetig, mit viel Geduld, habe ich mich vorgearbeitet.
Den Abschnitt zwischen Hüsten und Holzen würde ich allerdings nicht empfehlen: Dort fährt man ohne Radweg gemeinsam mit den Autos bergauf, und der Verkehr ist recht stark. Kurioserweise folgt danach eine Strecke mit kaum Verkehr – dafür aber mit Radweg. Etwas widersprüchlich.
Größtenteils ging es weiter bergauf, mit ein paar wenigen Abfahrten zwischendurch, zum Beispiel bei der Calcit Edelsplitt Produktion. Doch danach hieß es wieder: in die Pedale treten.
Nach einem weiteren Hügel tauchte schließlich der Aussichtsturm in der Ferne auf. Noch etwa zwei Kilometer – und die hatten es in sich. Die Asphaltstraße habe ich verlassen, und die letzten hundert Meter waren besonders anspruchsvoll. Vor allem die letzten rund 20 Meter: Fahren war unmöglich, und selbst das Schieben war schwierig.
Aber ich habe es geschafft. Schnell hoch auf den Turm und ein paar Fotos gemacht. Der Ausblick ist wunderschön, und es herrscht eine angenehme Ruhe dort oben. Leider ist der Turm nicht im besten Zustand. Der Zugang ist gegen eine kleine Spende möglich – eine Kasse steht neben der Treppe.
In der Nähe gibt es auch Informationstafeln sowie einen Tisch mit Bank. Hier habe ich mir eine längere Pause gegönnt. Gegen 15 Uhr ging es dann weiter – es lagen noch einige Kilometer vor mir, und die Strecke würde nicht leichter werden.
Küppelturm
Bis zum nächsten Ziel waren es etwa 30 Kilometer. Ein Teil davon führte über die Strecke zurück, die ich gerade gefahren war – nur diesmal bergab. Endlich!
Hüsten war schnell erreicht, und von dort aus ging es auf einem sehr angenehmen Radweg Richtung Arnsberg. Nach den vielen Anstiegen des Tages war das eine echte Erholung.
In Arnsberg wartete jedoch noch einmal eine richtig steile Passage. Der Weg war so steil, dass ich schieben musste – und selbst das war anstrengend.
Danach wurde es wieder angenehmer, bis ich Freienohl erreichte. Von dort sieht man den Küppelturm schon auf dem Hügel – und weiß sofort: Das wird nochmal anspruchsvoll.
Also erster Gang, und langsam nach oben. Nach etwa 20–30 Minuten war ich oben. Keine leichte Strecke, das kann ich definitiv sagen.
Der Aussichtsturm ist groß und wurde neu aus Metall aufgebaut bzw. renoviert. Von oben hat man einen weiten Blick über die gesamte Umgebung. Ich konnte sogar verschiedene Waldwege erkennen und begann zu überlegen, ob ich meine Route zum letzten Turm vielleicht durch den Wald anpassen sollte.
Es war inzwischen spät, und ich war mir nicht sicher, ob ich den Lörmecke-Turm noch vor Einbruch der Dunkelheit erreichen würde. 21 Kilometer lagen vor mir – etwa 1,5 Stunden bis zur Dunkelheit. Dazu eine vermutlich anspruchsvolle Strecke. Die Chancen standen nicht besonders gut.
Lörmecke-Turm
Ich machte eine längere Pause und überlegte, ob ich die kürzere Strecke durch den Wald nehmen sollte. Das wären etwa 13 Kilometer gewesen. Allerdings hatte es am Vortag geregnet, und einige Waldwege waren bereits zuvor schwer befahrbar gewesen.
Dann kam ein Radfahrer vorbei, der in der Gegend wohnt. Wir kamen ins Gespräch über die Strecke. Er kannte den Weg und meinte, es sei noch machbar, den Turm vor Einbruch der Dunkelheit zu erreichen – allerdings würde es mit Gepäck nicht einfach werden.
Ich entschied mich, es zu versuchen, und folgte dem Küppelweg.
Der Anfang war alles andere als vielversprechend: Es ging langsam bergauf, und dann kam ein Abschnitt voller Schlamm. In dem Moment dachte ich schon, dass ich es wohl nicht schaffen würde. Aber Aufgeben war keine Option – irgendwie musste ich sowieso zurück zum Campingplatz. Egal wie spät es wird. Es wäre schließlich nicht meine erste Nachtfahrt.
Plötzlich wurde der Weg besser, und ich konnte schneller fahren. Die Hoffnung war zurück. Ich rechnete damit, etwa 15 Minuten nach Sonnenuntergang anzukommen – gar nicht so schlecht.
Sorgen machte ich mir vor allem wegen des letzten Abschnitts vor dem Turm. Laut Komoot sollte es extrem anstrengend werden. Ja, es war fordernd – aber nicht ganz so schlimm wie erwartet.
In der Dämmerung sah ich schließlich den riesigen Aussichtsturm vor mir.
Da es schon spät war, ging ich schnell hinauf, um noch ein paar Fotos zu machen. Es waren sehr viele Treppen. Der Ausblick ist beeindruckend – man kann extrem weit sehen, in alle Richtungen. Schade, dass ich nicht eine Stunde früher angekommen bin, dann hätte ich mir mehr Zeit für eine Pause nehmen können.
Die Dunkelheit setzte ein, und ich musste weiter. Ohne Bewegung wurde es schnell kalt, und ich war eher leicht ausgerüstet. Also Licht an und weiter durch den Wald.
Dieser Abschnitt der Tour hat mir besonders gut gefallen: Es ging fast nur bergab – wie eine Belohnung für den anstrengenden Tag. Meine Hände haben unter der Kälte etwas gelitten, aber mit ein paar Pausen ging es.
Obwohl ich durch einige Städte und Dörfer gefahren bin, war es sehr ruhig – vermutlich auch wegen der späten Stunde.
Gegen 23 Uhr erreichte ich schließlich den Campingplatz und konnte mich endlich entspannen. Für April war das eine wirklich schöne, aber auch sehr anspruchsvolle Tour.
Genaue Beschreibung der Route auf Komoot.
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