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Die Turmjagd Teil 42 – steil und nebelig

Das Jahr neigt sich dem Ende zu, und sehr wahrscheinlich ist dies die letzte Tour dieser Serie für 2025. Für Dezember ist es draußen zwar noch angenehm mild, doch die Tage sind kurz und das Licht begrenzt. Ich habe mich daher für eine Zugreise von Hannover nach Detmold entschieden. Gegen 8 Uhr morgens fuhr der Zug pünktlich ab, und nach etwa zwei Stunden erreichte ich mein Ziel. Während die Turmjagd Teil 42 – steil und nebelig besuche ich das Schloss in Detmold, den Aussichtsturm in Freilichtmuseum, die Externsteine, und den Eggeturm. Die Hoffnung war, alles noch bei Tageslicht zu schaffen – auch wenn ein Teil der Route wohl zur Nachtfahrt werden würde.

Die Zugfahrt verlief ruhig und angenehm. Durch das Fenster beobachtete ich nebelverhangene Felder und sanfte Hügel. Die Landschaft wirkte fast mystisch. Solches Wetter mag ich, solange es nicht zu nass wird.

Schloss Detmold

In Detmold angekommen, erledigte ich zuerst einen kurzen Einkauf bei Rewe. Wenige Minuten später stand ich bereits im Schlosspark. Das Schloss liegt direkt im Stadtzentrum, das insgesamt sehr gemütlich wirkt. Der Schlosspark selbst war jedoch weniger einladend, da zahlreiche Bau- und Reparaturarbeiten im Gange waren. Auch vor dem Schloss war ein größerer Bereich abgesperrt. Es war nicht einfach, ein Foto ohne Zäune oder Baumaterial aufzunehmen. Zusätzlich verlor ich hier etwas Zeit, da ich mein Fahrrad durch die Fußgängerzone schieben musste – was mir immerhin die Gelegenheit gab, die Stadt genauer wahrzunehmen.

Freilichtmuseum

Anschließend ging es weiter zum Freilichtmuseum, nur wenige Kilometer entfernt. Die Strecke war entspannt, und ich erreichte den Ort schnell. Mein Ziel war der Aussichtsturm, der sich auf dem Gelände des Museums befindet. Am Eingang erkundigte ich mich an der Kasse, da Google Maps hier nicht eindeutig war. Leider erfuhr ich dort, dass das Museum aktuell geschlossen war und keine Tickets verkauft wurden.

Nicht jeder Plan geht auf. Doch genau dann öffnen sich oft neue Möglichkeiten. In der Ferne sah ich das Hermannsdenkmal. Dort war ich bereits zweimal – einmal mit dem Rad, einmal zu Fuß. Auf der Aussichtsplattform war ich allerdings noch nie, da sie bisher immer geschlossen war. Also beschloss ich, es erneut zu versuchen, obwohl ich wusste, wie steil der Weg nach oben ist.

Zum Hermannsdenkmal

Mit Geduld und Ruhe drehte ich das Fahrrad in diese Richtung. Etwa fünf bis sechs Kilometer lagen vor mir. Zunächst ging es über Asphalt durch Hiddensen, doch die letzten zwei Kilometer führten über meine „Lieblingssteigung“ mit Abschnitten von bis zu 20 %. Trotz des eher trüben Wetters waren einige Autos unterwegs. Ich kam jedoch gut voran und erreichte mit nur einer kurzen Wasserpause den Parkplatz am Denkmal.

Am Ticketautomaten kaufte ich für etwa vier Euro eine Eintrittskarte. Dieses Mal sollte es klappen. Nach der Kontrolle am Eingang folgten enge, steile Spiraltreppen. Die massiven Mauern beeindruckten sofort – mehrere Meter dick und äußerst stabil. Oben angekommen, stand ich vor einer kleinen Tür zur Aussichtsplattform. Die Höhenangst meldete sich sofort, doch der Blick entschädigte dafür. Auch bei Nebel war die Atmosphäre besonders. Hügel und Landschaft verschmolzen zu einem ruhigen Gesamtbild. Nach einer Weile ging es wieder nach unten.

Ein kurzer Besuch im Souvenirladen folgte, dann musste ich weiter zum nächsten Ziel.

Externsteine

Zu den Externsteinen waren es etwa sieben Kilometer, größtenteils bergab. Die Fahrt war entspannt. Am Parkplatz angekommen, gönnte ich mir einen warmen Kaffee. Für rund vier Euro konnte ich die Steine wieder besteigen. Ich war bereits zweimal oben, doch diesmal war es deutlich ruhiger. Kaum Besucher, kaum Wartezeit. Besonders die Brücke zwischen den Felsen bleibt für mich jedes Mal eine Herausforderung wegen der Höhe. Die Sicht war durch den Nebel eingeschränkt, dennoch hatte der Ort eine besondere Ruhe. Ich blieb länger als geplant und musste mich anschließend beeilen, denn der Sonnenuntergang rückte näher.

Eggeturm

Der Eggeturm liegt nur sechs bis sieben Kilometer entfernt, je nach Route. Die letzten zwei Kilometer waren jedoch sehr anstrengend. Gegen 15:30 Uhr erreichte ich den Turm – komplett im Nebel. Selbst aus 20 Metern Entfernung war er kaum zu erkennen. Oben auf der Aussichtsplattform betrug die Sicht vielleicht zehn Meter. Die Plattform ist groß und mit Richtungstafeln versehen, doch Informationstafeln zum Turm selbst fehlen leider. Trotzdem war es ein besonderer Moment, allein dort oben in völliger Stille. Falls ich noch einmal in der Nähe bei besserem Wetter unterwegs wäre, würde ich den Turm wieder besuchen.

Rückfahrt

Für den Rückweg nach Detmold wählte ich eine alternative Route, die ich nur erfahrenen Mountainbike-Fahrern empfehlen würde. Der erste Kilometer war kaum befahrbar, eher ein Wanderweg. Steil, voller Wurzeln und großer Steine. Nach unten war es grenzwertig, nach oben kaum vorstellbar. Später wurde der Weg besser, blieb aber stellenweise gefährlich – besonders mit nassem Laub.

Vorsichtig erreichte ich Leopoldstal und folgte von dort der Asphaltstraße zurück nach Detmold. Die letzte Stunde fuhr ich mit eingeschaltetem Licht. Gegen 17 Uhr kam ich am Bahnhof an und erwischte den Zug buchstäblich in letzter Minute. Zwei Stunden später war ich wieder in Hannover.

Insgesamt hat mir die Tour sehr gefallen. Sie war nicht besonders lang, verlangte aber viel Energie. Im Sommer komme ich sicher zurück – dann stehen der Aussichtsturm im Freilichtmuseum und auch der Lemgo-Turm noch auf meiner Liste.

Genaue Beschreibung der Route auf Komoot.

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